Le Lotte nella Radio di Weimar – Kap.4 Patricia Herberger 1

IV  Patricia Herberger – the way she likes it

Sowohl Ottmar Schmieling als auch Sylvia waren jeweils von ihrem Vorgänger auf den Programmchef-Sessel gehoben worden.

„Jeder soll jederzeit, was unter der Sendeebene geschieht, wahrnehmen können, als spiele es sich auf dem Grund eines Gebirgsbachs ab.“

Tom stimmte seine gewohnten Grundsätze an und, er wurde selbst überrascht, die Erbfolge, wie sie gepflegt worden war, wurde diesmal geändert. Sie wich seinem Vorschlag folgend einem Verfahren mit einer Berufungskommission, wie sie an der Uni üblich ist. Er wurde als Mitglied hinzugezogen.

Die Stelle des Programmchefs war mit zwanzig Wochenstunden ausgeschrieben worden. Das Gehalt sollte knapp über dem, was offiziell als Grundbedarf galt, liegen. Unter den etwa zehn Kandidaten wollten einige den Job, was blieb ihnen übrig, neben einem anderen annehmen.

Die Kommission einigte sich, drei Kandidaten in die nähere Wahl zu nehmen, anzuhören und, wenn nötig, per Abstimmung zu entscheiden. Der Spätaussteiger aus dem Geschichtsstudium war darunter. Er war schon als Jugendlicher bei der Gründung des Stadtradios mit einer Kinderstunde dabei gewesen. Sein Vater mit ebenfalls einer eigenen Sendung hatte sich für ihn eingesetzt. Der ‚Manager’, als Sozialpädagoge, hatte einen Sozialpädagogen gewinnen können. „Den Zahn mit der Basisdemokratie werde ich euch schon noch ziehen.“, war ein Statement seiner Vorstellung.

Patricia Herberger legte das Zeugnis einer Elite-Journalistin vor. Sie hatte noch die ersten Semester im ‚roten Kloster‘ in Leipzig angefangen, eine Ausbildung, zu der man sich auch in der Endphase der DDR nicht einfach bewerben konnte, die Partei musste einen vorschlagen. Als Pressesprecherin der Grünen schien sie politische Erfahrung in der Praxis gesammelt zu haben. Die Grundprinzipien demokratischer Entscheidungsprozesse konnten ihr unterstellt werden. Sie machte einen resoluten Eindruck. Mit einer Tochter und einer weiteren aus erster Ehe wohnte sie mit einem Stadtplaner zusammen auf dem Lande in einem bäuerlichen Hof. Tom hatte mit ihm gemeinsam schon einige seiner Projekte im Radio vorgestellt und besprochen.

Was sie von der pädagogischen Versorgung mit Kindergärten hielte, ob sie in den Stadtteilen zuhause wäre, wo sie Probleme sähe. Tom stellte Fragen nach Problemen der Baupolitik, nach Ereignissen im kulturellen Leben. Pat bekundete ihre Leidenschaft zur Kommunalpolitik. Den Oberbürgermeister, wenn die Sprache auf ihn kam, nannte sie beiläufig beim Vornamen. „Ach, der Stefan!“ Sie machte das Rennen. ch, der Stefa

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