Le Lotte nella Radio di Weimar – Kap.2 Ottmar Schmieling Kommunikation 4

Ich musste mich um andere Köche kümmern. Carlo, ein italienischer Koch und Wirt eines eigenen Ristorante, ließ sich überreden. Seine Beschreibungen von Kompositionen aus Tomaten, Oliven und Knoblauch mit verschiedenen Zutaten, mit Akzent und eigenwilligem Satzbau vorgetragen, schufen eine Atmosphäre, in der man ihm die Lasagne, das Tiramisu, die Scaloppine al Gorgonzola glaubte.

 Man konnte das Meer riechen, das Plätschern der Radiowellen und ihre Brandung am Strand hören. Sein Freund, Giuseppe, auch voller Begeisterung und von ähnlicher Mitteilsamkeit, arbeitete im renommiertesten Hotel Weimars. Er hatte den einzigen Guide-Michelin-Stern weit und breit erkocht.

Zucchini-Blute musse ma nix wegschmeisse. Inne die grande Cucina isse Delikatess. Die kleine Giardini, drausse an die Grenz von die Stadt, die Giardiniere. Imma reisse ab und mache kaputt. Warum? Isse schäne Geschmack!“

Er beschrieb für die Hörer ein Gericht aus Garnelen mit einem Omelette und gebratenen Zucchiniblüten.

Carlo schloss für kurze Zeit sein Ristorante, um nach ein paar Wochen attraktivere Räume in einer der schönsten Gassen der Stadt neu zu eröffnen. Wer Rang und Namen hatte, wurde eingeladen. Auch der neue Programmchef hatte, wie er erwähnte, davon erfahren. Es blieb jedoch dabei. Ich vertrat das Stadtradio alleine. Ich machte für die Hörergemeinde, vom Wirt kommentiert und garniert mit Sätzen und Ausrufen aus den Tischrunden der Anwesenden, einen Beitrag über das Fünf-Gänge-Menü.

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