Le Lotte nella Radio di Weimar – Kap.3 Sylvias Hauptrolle 11

Er hätte da was, er wäre doch Architekt, kam der Lokalnachrichtenredakteur auf Tom zu, seine Datsche wäre undicht. Ab einer gewissen Menge Niederschlag würde der Keller unter Wasser stehen.

Jetzt könnte man noch was machen. Mit dem Regen im Herbst hätte er dann wieder den Schlamassel. Tom nahm sich einen Nachmittag frei.

Die Kleingartenanlage war in rechten Winkeln mit Wegen und Pfaden in Parzellen geteilt. Sein Garten, im Wesentlichen ein Rasen mit einem Pflaumen- und einem Birnbaum, war rundum von Hecken begrenzt. Davor schmale Beete mit Blumen. Mittendrin ein gemauertes Häuschen mit Satteldach und Keller. Er konnte mit seiner Freundin darin schlafen, kochen und zur Not einen Tisch decken und essen. Der Keller war gefliest. Er diente zur Aufbewahrung von Getränken. Es gab Toilette und Dusche.

Die Landschaft hatte Eigenschaften einer Flussaue, wahrscheinlich war es eine. Tom maß auf. Er erklärte, wie im Schlamm gegründet werden konnte. Das Wasser würde sowohl seitlich als auch von unten eindringen. Man müsste eine Wanne ausbilden. Das Häuschen mit Keller, so wie es da stand, zu sanieren, würde Aufwand erfordern. Er sollte sich das überlegen. Es abzureißen und neu aufzubauen läge näher. Tom riet ihm beim Wiederaufbau auf einen Keller zu verzichten.

Das Gesicht des Lokalnachrichtenredakteurs versteinerte.

Die Baumaßnahme wäre klein. Man könnte vorhandene Materialien zur Seite legen und wieder verwenden. Für Anlieferung und Neuanschaffung fielen kaum Kosten an. So eine Betätigung machte ähnlich wie Gartenarbeit Spaß. Ein paar Wochen müssten allerdings aufgewendet werden. Zeit, wie der Lokalnachrichtenredakteur einwandte, die er nicht hätte. Er müsste, wie Tom ja wohl wüsste, die Lokalnachrichten schreiben und verlesen. Die andere Möglichkeit wäre, Tom lenkte ein, die vorhandene Decke abzudichten und den Keller zu verfüllen.

Der Lokalnachrichtenredakteur verstummte ganz.

Tom bemühte sich um einen Kompromiss. Die Verhältnisse könnten auch auf Überflutungen eingerichtet werden. Das Häuschen müsste über Vorrichtungen verfügen, die einen Wasserstand bis knapp unter die Kellerdecke auffangen könnten. Tom assoziierte frei. Der offene Abgang der Kellertreppe, zum Beispiel, könnte mit einer Klappe, die man einfach nach einer Überflutung des Kellers schließen würde, versehen werden. Dieser Deckel sollte unterseitig gegen Feuchtigkeit abgedichtet sein. Er müsste begehbar sein und auf dicht schließenden Fugen aufliegen. Der obere Luftraum unter dem Deckel müsste durch seitliche Schlitze ausreichend mit dem Außenklima verbunden sein, um im gefluteten Zustand die Luftfeuchtigkeit abzuführen. Tom versuchte sich in Ingenieurphantasien. Die zwei verschiedenen Klimaverhältnisse, unten Außentemperatur und Feuchtigkeit im Keller und darüber Wohnklima könnten gegeneinander gedämmt werden. Die Klappe, überdies auch noch beweglich, wäre allerdings ein Problem. Sorgfalt und Geschick wäre gefragt. Außerdem wären die Durchfeuchtungen der Wände und der zu erwartende Frost Faktoren, die dem Häuschen schwer zusetzten. Nach jeder Flut müssten Reinigungen, Trockenlegungen und Nachbesserungen durchgeführt werden.

Wie jeder andere Bauherr auch, lenkte der Lokalnachrichtenredakteur auf die üblichen Standards. In seinem Falle wären besondere Bedingungen gegeben. Zum einen dürfte die Baumaßnahme keine Kosten verursachen und zum anderen sollte sie keine Arbeit machen. Tom begleitete bei einer Flasche Bier den Lokalnachrichtenredakteur über eine Schwelle in das Reich der Traumdatschen. Er ließ sich durch die Gärten der Wünsche führen. 

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