Le Lotte nella Radio di Weimar – Kap.2 Ottmar Schmieling Kommunikation 17

Einer aus Davids Ex-Wohngemeinschaft erzählt von einem Brief von David aus Australien. Er käme gut zurecht, würde aber wahrscheinlich noch einmal kommen. Bisher hätte er nur ein Touristenvisum.

„Die Führung des Stadtradios macht ganz bewusst ihre Leute zur Sau. Dieser Manager hat David gewarnt, er würde ihm dringend davon abraten, einen Anwalt zu nehmen. Wenn er das versuche und gegen das Stadtradio vorgehe, dann bekomme er, was die Medien im Umkreis betreffe, nie wieder einen Fuß auf den Boden. David könne sich gar nicht vorstellen, wie weit der Einfluss des Stadtradios reiche.“ 

„Der hat bestimmt nicht dabei gelacht.“, sagt einer, „Der meint so was, in der grenzenlosen Selbstüberschätzung, die in ihm schwingt, todernst.“ Der aus der Wohngemeinschaft nickt, „Der hat doch im Ernst gedacht, er könne die Kündigung einfach so, ohne jede schriftliche Benachrichtigung, geschweige denn Begründung aussprechen. Und das– das müsst ihr euch mal vorstellen! – nicht nur von heute auf morgen, der hat sogar angenommen, das gehe rückwirkend. Es ist bereits der vierte oder fünftedes Monats gewesen. Da hat der doch tatsächlich verkündet, David würde nicht arbeitslos werden, er sei es bereits und zwar seit drei Tagen, seit dem ersten. Aber David ist nicht blöd. Er hat mit Hilfe seines Anwalts ziemlich hohe Abfindungsforderungen durchsetzen können. Alles Geld, was er jetzt gut gebrauchen kann.“

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