Le Lotte nella Radio di Weimar – Kap.5 gaga 47

Die Hitze steht nicht mehr. Ein leichter Luftzug streicht durch den Straßenraum. Vor dem Nero zu sitzen, lässt sich aushalten.

Lauras Mann hat am Wochenende eine Schulung in Bad Homburg und die Kinder sind bei Lauras Eltern. Sie zieht ein Frischhaltetütchen mit getrockneten Pilzen aus ihrer Tasche.

Sie hasst Unaufrichtigkeit. Sie wird aus diesem Ereignis kein Geheimnis machen, nimmt Tom zumindest an.

„Und was ist mit Philipp?“

Der winkt ab. „Nein, bitte nicht. Nicht exakt mein Thema zurzeit. Aber lasst euch nicht stören. Ich gönne euch den Ausflug.“

„Das sind dreißig Pilze, für jeden fünfzehn Stück.“ Laura bestellt.

Der Wirt schüttelt den Kopf. „Tee bei dem Wetter, was ist denn mit euch los?“

Tom wirft die fünfzehn Pilze in die Teetasse und stochert. „Die sind aber klein! Die in Nepal damals waren größer.“

„Sind ja auch getrocknet.“

„Wie lange ist das denn schon her, dass die Trockenzeit über sie hinweg gezogen ist?“

„Schon ’ne ganze Weile.“

„Wir werden sehen.“

Die Pilze riechen nach Harz und Holz. Laura verzieht keine Miene, Tom kaut und spült sie hinunter wie Tabletten. Philipp und Fred beobachten. Laura kichert. „Das kann dauern“, meint sie. Fred drängt aufzubrechen. Er hat einen Volvo dabei. Er möchte, bevor er fährt, nichts trinken. Ein Freund in einem nahe gelegenen Dorf habe angeblich ‚Zero-Zero‘. Philipp drückt Tom, „Man weiß ja nie“, zwei in Silberfolie eingewickelte Valium-Zehn in die Hand.

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