Le Lotte nella Radio di Weimar – Kap.5 gaga 45

Hannah Röttele ist neben Ronald Hirte und Fritz von Klinggräff eine der Editoren des Buches ‚Von Buchenwald nach Europa‘. Es enthält Gespräche mit ehemaligen KZ-Häftlingen in Frankreich. Zum Erscheinen des Buches hatte Tom ein Interview mit ihr geführt.

Erst die Ankündigung einer Lesung aus einem neu erschienenen zweiten Band hat Tom darauf aufmerksam gemacht, dass die Interviews in Frankreich nur als erster Teil einer Trilogie konzipiert waren. Von gleichen Fragestellungen ausgehend seien in dem neu erschienen Band Gespräche in Polen aufgenommen worden. In einem dritten Band, der gerade im selben Sinne vorbereitet wird, sollen Interviews in Israel geführt werden.

Die Beiden lesen im Wechsel. Zwischenfragen, um die sie ausdrücklich gebeten haben, werden eingeschoben. Im Anschluss Diskussion. Fritz, als ehemaliger Pressesprecher des Oberbürgermeisters hat Bekannte im Publikum sitzen. Schon alleine, um zu zeigen, dass sie gekommen sind, meldet sich einer nach dem anderen. Tom wartet. Das Zuwendungsbedürfnis aus dem Publikum wird Punkt für Punkt abgearbeitet. Fritz und Ronald danken und verabschieden sich. Die Lesung ist beendet. Tom ist dran.

Was denn an der polnischen Fremdenfeindlichkeit anders als an der deutschen sein soll. Warum Fremdenfeindlichkeit nicht eine feste Größe sein könne.

Die Deutschen seien in ihrer Ablehnung der Fremden eher davon geleitet, nicht einsehen zu wollen, warum sie etwas abgeben sollen. Die Polen wollen seit Jahrhunderten endlich selbstbestimmt leben. Sie haben Angst davor, wieder von irgendwelchen Kräften und sei es auch in einem freundlichen Sinne übernommen zu werden. Deshalb das Misstrauen gegen Versuche Europas, Polen durch Verträge, in welcher Form sie auch auftauchen mögen, zu vereinnahmen. Sie wollen nach eigenen Vorstellungen, getragen von selbständigen Entscheidungen, weltoffen agieren. Keine Gängelei. Auch keine Bevormundung, doch gefälligst allen anderen Nationalitäten gegenüber aufgeschlossen zu bleiben.

Im Wiederaufbau Polens, meint Tom, würden Entwürfe gebraucht. Welche Visionen zeichnen sich in welchen Bereichen ab?

Fritz schiebt ihm sogleich eine offenkundig von Architektendenken geleitete Fragestellung unter.

Tom erklärt die Begriffe zu allgemeingültigen. Um sich ein zukünftiges Europa vorzustellen, müsse man sich zum Beispiel erst einmal ein Modell davon entwerfen. Sie stimmen zu. Welche Entwurfsmodelle von Europa diskutiert würden, wie weit der Stand der Europäisierung sei, wird von den Beiden unterschiedlich beantwortet, einmal eher mit regionaler Färbung und zum anderen in internationaler Sichtweise.

Tom wirft einen Rückblick auf Fritz von Klinggräffs Zeit als Chefredakteur des Stadtradios und richtet einen Ausblick auf den dritten Band, auf die Gespräche, die in Israel geführt werden sollen. Fritz pariert. Das war’s. Fritz von Klinggräff, vielen Dank für das Gespräch!

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